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Der richtige Snack für Zwischendurch Teil 1/2

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13. März 2015

Der richtige Snack für Zwischendurch Teil 1/2

Teil 1: Der richtige Snack für Zwischendurch – Was hält länger satt? Was macht fit?

Über Sinn und Unsinn von Protein-Shakes und Vitaminriegeln
(Im Interview Sportstudio-Betreiber/Geschäftsführer der FitnessPoint-Kette Felix Schmidt)

Zusammen mit unserem Experten, dem Fitnessökonom Felix Schmidt, beantworten wir hier die wichtigsten Fragen, die sich aktive Freizeitsportler stellen. Felix ist neben dem Management auch noch als Fitness-, Reha- und Gesundheitstrainer in seinen Studios aktiv.

Jeder Sport stellt unterschiedliche Ansprüche an den Körper und seine Versorgung. Gibt es trotzdem einige allgemeine Regeln und Tipps zur idealen Ernährung vor/nach/während sportlicher Belastung?

Felix Schmidt: Im Allgemeinen gilt es, mindestens eine halbe Stunde vor dem Training genügend zu trinken – so beugt man starkem Durst und einem vollen Bauch währenddessen vor. Bei längerer sportlicher Aktivität und intensivem Krafttraining sollte man vor dem Training Energie tanken- in Form von Kohlenhydraten mit einem niedrigen glykämischen Index: Vollkornnudeln, -reis und -brot oder Müsli machen ausreichend satt. Die letzte eingenommene Mahlzeit sollte aber spätestens drei Stunden vor dem Workout erfolgen. Sonst sammelt sich das Blut während dem Training zur Verdauung im Magen –wir benötigen es aber für die Nährstoffversorgung in unseren Muskeln. Natürlich darf auch Eiweiß nicht fehlen.

Ausdauer trainieren, Muskeln aufbauen, Figur straffen – worin liegen die Unterschiede hinsichtlich der richtigen Ernährung vor dem Training?

Felix Schmidt: Beim Ausdauertraining hängt es davon ab, ob Pausen bei länger andauernder Belastung (ab 60 Min) möglich sind. Gut gefüllte Kohlenhydratspeicher helfen dem Körper, bei längerer Belastung nicht auf die eigenen Aminosäuren zurückgreifen zu müssen. Als flüssiger Proviant, auch während der Radfahrt bspw., eignet sich Maltodextrin (Kohlenhydratpulver aus der Apotheke) -zusammen mit einer Prise Salz in einem Liter Wasser aufgelöst. Bei langen Wander- und Klettertouren, Biken etc. sind Snacks für zwischendurch ideal. Diese sollten den Magen nicht belasten - daher am besten Fruchtschnitten, Obst wie Bananen, leicht und schnell Verdauliches wie Fruchtsaftschorlen… Generell werden bei Ausdauereinheiten viele Kalorien umgesetzt. Wer dabei also nicht abnehmen möchte, muss genügend Kalorien am Workout-Tag zuführen.

Beim Muskelaufbautraining (also im Sinne von Muskelmasse) ist es ebenfalls wichtig, den Körper mit Kohlenhydraten zu versorgen. Außerdem brauchen wir viele Proteine, also Eiweiß zur Muskelversorgung. Um dann die Hypertrophie (den Muskelmassezuwachs) zu ermöglichen, sollte ein Kalorienüberschuss erzeugt werden. Das heißt, man nimmt mehr Kalorien zu sich, als generell persönlich verbraucht werden (ich rate zu Online-Kalorienrechnern). Dieser Überschuss wird bei den meisten zum Masseaufbau in den Muskeln benötigt. Hat der Körper einen hohen Fettanteil, kann der Kalorienpegel bei 0 oder etwas darunter liegen. Denn dann ist ja auch Ziel, Fettmasse in Muskelmasse umzuwandeln. Daher zieht sich der Körper dann den Energiebedarf aus den Fettzellen. Denkt bei der Nahrungszunahme generell darauf, dass es spätestens drei Stunden vor dem Training gemacht wird. Denn den Blutzyklus benötigen wir zur Nährstoffversorgung in den Muskeln (sog. „Pump“) und nicht im Magen zur Verdauung!

Beim Thema „Figur straffen“ sollte der Fokus auf die Zufuhr von Eiweiß liegen. Sogar Fett (am besten ungesättigte Fettsäuren) kann in Maßen eingenommen werden, da es in Kombination mit Eiweiß enorm sättigend wirkt. Die Kohlenhydrate sollten hier heruntergefahren werden. Zudem muss darauf geachtet werden, dass die eingenommen Kalorien deutlich unter dem normalen Tagesbedarf der jeweiligen Person liegen. So haben wir die Möglichkeit, den Körper durch das Training zu definieren.

Konkret: Was sollte idealerweise vor dem Training/Sport gegessen werden?

Felix Schmidt: Je nach Trainingsziel gibt es da Unterschiede.

Beim Ausdauertraining gilt es, mindestens 2 Liter Wasser zu sich zu nehmen. Das am besten ein paar Stunden vorher. Außerdem sollte man 2-3 Stunden vor dem Ausdauertraining nichts essen. Die Nahrung liegt schwer im Magen und viel Blut und Energie werden für die Verdauung benötigt und stehen im Training nicht mehr zur Verfügung. Weit vor der Ausdauereinheit empfiehlt sich eine hohe Energiezunahme durch eine ausgewogene Basisernährung. Als perfektes Verhältnis gelten 60% Kohlenhydrate, 30% Fette und 10% Proteine. Nach dem Training bieten sich dann Bananen oder andere Früchte an. Hierin enthalten sind Vitamine und Mineralien. Eine komplette Mahlzeit sollte dann erst 3-4 Stunden nach dem Ausdauertraining zugeführt werden.

Beim Muskelaufbau sollten 3-4 Stunden vor dem Training kohlenhydratreiche Lebensmittel gegessen werden (z. B. Reis, Haferflocken, Kartoffeln, Nudeln). Als Baustoff für die Muskeln in der Regenerationsphase, sollte auch Eiweiß eingenommen werden. Ausreichend Wasser spielt vor und während dem Workout eine wichtige Rolle. Nach dem Muskelaufbautraining benötigen die Muskeln Eiweiß. Praktisch sind dazu Eiweiß-Shakes oder eiweißreiche Snacks, die schnell nach dem Training eingenommen werden können.

Beim Abnehmtraining hat die Nahrung, die man vor dem Training zu sich nimmt, ebenfalls einen entscheidenden Einfluss auf den Trainingserfolg. Da Kohlenhydrate zur Insulinausschüttung anregen, verlangsamen, beziehungsweise blockieren sie den Fettstoffwechselvorgang. Daher unbedingt 2-3 Stunden vor und nach dem Training möglichst kohlenhydratarm essen. Zu empfehlen ist mageres Fleisch, Fisch und ungesüßte Milchprodukte, um den Eiweißgehalt der Nahrung möglichst hoch zu halten. Das gilt beim Abnehmen übrigens auch beim Abendessen – Eiweiß hoch, Kohlenhydrate runter setzen.

Was hälst du von „Nüchtern-Training“ am Morgen?

Felix Schmidt: Nüchtern trainieren kann bei moderatem Training durchaus sinnvoll sein. Der Glykogenspeicher des Körpers ist relativ leer, weil er in der Nacht entleert wurde und keine neue Nahrung zugeführt wurde. Bei Ausdauerbelastung greift der Körper also weniger auf Glykogen, sondern vermehrt auf Fettreserven zur Energiegewinnung zurück. Der Fettstoffwechsel wird also angeregt. Außerdem entsteht bei geringer Glykogenverbrennung ein niedrigerer Laktatausstoß im Körper (dies ist ein Abfallprodukt der anaeroben Glykose). Zu viel Laktat kann die Energieproduktion und somit Leistungsfähigkeit beim Workout schwächen.

Soweit so gut. Allerdings sollte der Glykogenspeicher nicht völlig entleert sein, da das Fett alleine zur optimalen Energiebereitstellung nicht ausreicht. Die frühzeitige Ermüdung beim Training ist also vorhersehbar. Dagegen versucht der Körper anzugehen, indem er Aminosäuren zur Energiegewinnung nutzt. Doch diese brauchen auch unsere Muskeln und unser Immunsystem. Zu empfehlen wäre also ein Apfel oder Apfelschorle vor dem Training, um ein Mindest-Sollpegel des Glykogenspeichers zu erreichen. Das Workout sollte dann aber nicht länger als eine Stunde dauern, da der Körper sonst unterzuckern und Stresshormone wie Adrenalin verstärkt ausstoßen kann.

Und wie sieht es aus, bei Sportarten, die Konzentration und Geschicklichkeit erfordern, wie Golf, Tennis, Klettern, Tanz… ?

Felix Schmidt: Da sind geistige Fitness und eine gute Konzentrations- und Koordinationsfähigkeit gefragt. Deshalb würde ich dazu raten, z.B. Studentenfutter zu knabbern. Das darin enthaltene Vitamin B 1 hält mental auf Trab. Wahre „Sportlernüsse“ sind v.a. Cashew-Kerne. Das enthaltene Magnesium (267 mg pro 100 g) beugt schmerzhaften Muskelkrämpfen vor. Ich nehme Magnesium auch gerne in Tablettenform zu mir. Und wie immer: Das Wasser nicht vergessen. Wer viel trinkt, kann sich besser konzentrieren – ausprobieren!

Kraftsportler schwören vor und nach dem Training auf Eiweiß-Präparate. Ist es für einen Fitnessstudio-Gänger vor/nach dem Krafttraining tatsächlich notwendig, auf chemisch hergestellte Produkte und Zusatzpräparate zurückzugreifen?

Felix Schmidt: Das hängt wiederum von der Intensität des Muskeltrainings, vom Trainingszustand, Ziels und Geschlecht des Trainierenden ab. Befindet der Kraftsportler in der Aufbauphase, rate ich unseren Kunden zusätzlich Eiweißpräparate zu verwenden, da es für viele schwierig ist, ausreichend Eiweiß in den Ernährungsplan einzubauen. Das gilt aber auch für die Nährstoffversorgung von Ausdauer- und Abnehmsportlern. Vor allem bei Kunden, die abnehmen möchten, kann man mit Protein-Supplementen die Proteinzufuhr neben der normalen Ernährung deutlich unterstützen.

Ein Irrglaube ist allerdings, dass die Beschränkung auf eiweißhaltige Nahrung schnellere Trainingserfolge beim Muskelaufbau nach sich zieht. Nach dem Training sind dabei auch Kohlenhydrate gefragt und anschließend eiweißhaltige und zugleich fettarme Drinks wie passende Eiweiß-Shakes, Molke oder Buttermilch. Auch für die Kohlenhydratzufuhr gibt es geeignete Supplemente zur Vereinfachung.

Eins vorweg: Hobby- und Gelegenheitssportler brauchen keine übertrieben hohen Proteinrationen. Die empfohlene tägliche Menge von ca. 0,8 Gramm Eiweiß pro Kilogramm Körpergewicht ist völlig ausreichend (zum Muskelerhalt). Diese Empfehlung sollte mit der tatsächlichen Proteinzufuhr und den eigenen Essgewohnheiten abgeglichen werden. Selbst Leistungs- und Kraftsportler, die einen deutlich höheren Bedarf von etwa 1,1 bis höchstens 2,0 Gramm haben, können diesen mit einer ausgewogenen Ernährung und hochwertigen Eiweißquellen (z. B. Milchprodukte, Fisch, Fleisch und Hülsenfrüchte) decken. Für viele sind Proteinsupplemente Bequemlichkeit.

Warum ist es wichtig, auch direkt nach dem Training etwas zu sich zu nehmen?

Ich persönlich achte darauf, dass ich innerhalb der ersten halben Stunde nach einer intensiven Belastung kohlenhydrat- und eiweißreich esse. Sonst riskiere ich einen Muskelabbau und eine schlechte Erholung (Regeneration) der Muskulatur. Damit verhindere ich, dass ich am nächsten Tag „schwere Beine“ habe.

Was gibt es sonst für „unbedenkliche“ „Aufputschmittel“ und leistungssteigernde Nahrungsmittel?

Koffein bspw. stimuliert das zentrale Nervensystem und wirkt somit „aufputschend“. Die fettstoffwechselaktivierende Funktion verhilft beim Abbau von Fett zu freien Fettsäuren während sportlicher Aktivität, sofern das Koffein (beispielsweise im Kaffee) ohne Zucker eingenommen wird. Zu hohe Mengen bzw. zu hohe Konzentrationen von Koffein wirken harntreibend, was zu Wasser- und Mineralstoffverlusten führen kann. Meiner Meinung nach ist Kaffee Energy-Drinks vorzuziehen, da er meist mehr Koffein als ein Energy Drink und zudem weniger „Chemie“ beinhaltet. Die wahren Favoriten als Energielieferant sind für mich Haferflocken und Bananen. Omega 3-Fettsäuren dürfen auch nicht fehlen und sind als Kapseln besonders praktisch einzunehmen.Zusammen mit unserem Experten, dem Fitnessökonom Felix Schmidt, beantworten wir hier die wichtigsten Fragen, die sich aktive Freizeitsportler stellen. Felix ist neben dem Management auch noch als Fitness-, Reha- und Gesundheitstrainer in seinen Studios aktiv.

Jeder Sport stellt unterschiedliche Ansprüche an den Körper und seine Versorgung. Gibt es trotzdem einige allgemeine Regeln und Tipps zur idealen Ernährung vor/nach/während sportlicher Belastung?

Felix Schmidt: Im Allgemeinen gilt es, mindestens eine halbe Stunde vor dem Training genügend zu trinken – so beugt man starkem Durst und einem vollen Bauch währenddessen vor. Bei längerer sportlicher Aktivität und intensivem Krafttraining sollte man vor dem Training Energie tanken- in Form von Kohlenhydraten mit einem niedrigen glykämischen Index: Vollkornnudeln, -reis und -brot oder Müsli machen ausreichend satt. Die letzte eingenommene Mahlzeit sollte aber spätestens drei Stunden vor dem Workout erfolgen. Sonst sammelt sich das Blut während dem Training zur Verdauung im Magen –wir benötigen es aber für die Nährstoffversorgung in unseren Muskeln. Natürlich darf auch Eiweiß nicht fehlen.

Ausdauer trainieren, Muskeln aufbauen, Figur straffen – worin liegen die Unterschiede hinsichtlich der richtigen Ernährung vor dem Training?

Felix Schmidt: Beim Ausdauertraining hängt es davon ab, ob Pausen bei länger andauernder Belastung (ab 60 Min) möglich sind. Gut gefüllte Kohlenhydratspeicher helfen dem Körper, bei längerer Belastung nicht auf die eigenen Aminosäuren zurückgreifen zu müssen. Als flüssiger Proviant, auch während der Radfahrt bspw., eignet sich Maltodextrin (Kohlenhydratpulver aus der Apotheke) -zusammen mit einer Prise Salz in einem Liter Wasser aufgelöst. Bei langen Wander- und Klettertouren, Biken etc. sind Snacks für zwischendurch ideal. Diese sollten den Magen nicht belasten - daher am besten Fruchtschnitten, Obst wie Bananen, leicht und schnell Verdauliches wie Fruchtsaftschorlen… Generell werden bei Ausdauereinheiten viele Kalorien umgesetzt. Wer dabei also nicht abnehmen möchte, muss genügend Kalorien am Workout-Tag zuführen.

Beim Muskelaufbautraining (also im Sinne von Muskelmasse) ist es ebenfalls wichtig, den Körper mit Kohlenhydraten zu versorgen. Außerdem brauchen wir viele Proteine, also Eiweiß zur Muskelversorgung. Um dann die Hypertrophie (den Muskelmassezuwachs) zu ermöglichen, sollte ein Kalorienüberschuss erzeugt werden. Das heißt, man nimmt mehr Kalorien zu sich, als generell persönlich verbraucht werden (ich rate zu Online-Kalorienrechnern). Dieser Überschuss wird bei den meisten zum Masseaufbau in den Muskeln benötigt. Hat der Körper einen hohen Fettanteil, kann der Kalorienpegel bei 0 oder etwas darunter liegen. Denn dann ist ja auch Ziel, Fettmasse in Muskelmasse umzuwandeln. Daher zieht sich der Körper dann den Energiebedarf aus den Fettzellen. Denkt bei der Nahrungszunahme generell darauf, dass es spätestens drei Stunden vor dem Training gemacht wird. Denn den Blutzyklus benötigen wir zur Nährstoffversorgung in den Muskeln (sog. „Pump“) und nicht im Magen zur Verdauung!

Beim Thema „Figur straffen“ sollte der Fokus auf die Zufuhr von Eiweiß liegen. Sogar Fett (am besten ungesättigte Fettsäuren) kann in Maßen eingenommen werden, da es in Kombination mit Eiweiß enorm sättigend wirkt. Die Kohlenhydrate sollten hier heruntergefahren werden. Zudem muss darauf geachtet werden, dass die eingenommen Kalorien deutlich unter dem normalen Tagesbedarf der jeweiligen Person liegen. So haben wir die Möglichkeit, den Körper durch das Training zu definieren.

Konkret: Was sollte idealerweise vor dem Training/Sport gegessen werden?

Felix Schmidt: Je nach Trainingsziel gibt es da Unterschiede.

Beim Ausdauertraining gilt es, mindestens 2 Liter Wasser zu sich zu nehmen. Das am besten ein paar Stunden vorher. Außerdem sollte man 2-3 Stunden vor dem Ausdauertraining nichts essen. Die Nahrung liegt schwer im Magen und viel Blut und Energie werden für die Verdauung benötigt und stehen im Training nicht mehr zur Verfügung. Weit vor der Ausdauereinheit empfiehlt sich eine hohe Energiezunahme durch eine ausgewogene Basisernährung. Als perfektes Verhältnis gelten 60% Kohlenhydrate, 30% Fette und 10% Proteine. Nach dem Training bieten sich dann Bananen oder andere Früchte an. Hierin enthalten sind Vitamine und Mineralien. Eine komplette Mahlzeit sollte dann erst 3-4 Stunden nach dem Ausdauertraining zugeführt werden.

Beim Muskelaufbau sollten 3-4 Stunden vor dem Training kohlenhydratreiche Lebensmittel gegessen werden (z. B. Reis, Haferflocken, Kartoffeln, Nudeln). Als Baustoff für die Muskeln in der Regenerationsphase, sollte auch Eiweiß eingenommen werden. Ausreichend Wasser spielt vor und während dem Workout eine wichtige Rolle. Nach dem Muskelaufbautraining benötigen die Muskeln Eiweiß. Praktisch sind dazu Eiweiß-Shakes oder eiweißreiche Snacks, die schnell nach dem Training eingenommen werden können.

Beim Abnehmtraining hat die Nahrung, die man vor dem Training zu sich nimmt, ebenfalls einen entscheidenden Einfluss auf den Trainingserfolg. Da Kohlenhydrate zur Insulinausschüttung anregen, verlangsamen, beziehungsweise blockieren sie den Fettstoffwechselvorgang. Daher unbedingt 2-3 Stunden vor und nach dem Training möglichst kohlenhydratarm essen. Zu empfehlen ist mageres Fleisch, Fisch und ungesüßte Milchprodukte, um den Eiweißgehalt der Nahrung möglichst hoch zu halten. Das gilt beim Abnehmen übrigens auch beim Abendessen – Eiweiß hoch, Kohlenhydrate runter setzen.

Was hälst du von „Nüchtern-Training“ am Morgen?

Felix Schmidt: Nüchtern trainieren kann bei moderatem Training durchaus sinnvoll sein. Der Glykogenspeicher des Körpers ist relativ leer, weil er in der Nacht entleert wurde und keine neue Nahrung zugeführt wurde. Bei Ausdauerbelastung greift der Körper also weniger auf Glykogen, sondern vermehrt auf Fettreserven zur Energiegewinnung zurück. Der Fettstoffwechsel wird also angeregt. Außerdem entsteht bei geringer Glykogenverbrennung ein niedrigerer Laktatausstoß im Körper (dies ist ein Abfallprodukt der anaeroben Glykose). Zu viel Laktat kann die Energieproduktion und somit Leistungsfähigkeit beim Workout schwächen.

Soweit so gut. Allerdings sollte der Glykogenspeicher nicht völlig entleert sein, da das Fett alleine zur optimalen Energiebereitstellung nicht ausreicht. Die frühzeitige Ermüdung beim Training ist also vorhersehbar. Dagegen versucht der Körper anzugehen, indem er Aminosäuren zur Energiegewinnung nutzt. Doch diese brauchen auch unsere Muskeln und unser Immunsystem. Zu empfehlen wäre also ein Apfel oder Apfelschorle vor dem Training, um ein Mindest-Sollpegel des Glykogenspeichers zu erreichen. Das Workout sollte dann aber nicht länger als eine Stunde dauern, da der Körper sonst unterzuckern und Stresshormone wie Adrenalin verstärkt ausstoßen kann.

Und wie sieht es aus, bei Sportarten, die Konzentration und Geschicklichkeit erfordern, wie Golf, Tennis, Klettern, Tanz… ?

Felix Schmidt: Da sind geistige Fitness und eine gute Konzentrations- und Koordinationsfähigkeit gefragt. Deshalb würde ich dazu raten, z.B. Studentenfutter zu knabbern. Das darin enthaltene Vitamin B 1 hält mental auf Trab. Wahre „Sportlernüsse“ sind v.a. Cashew-Kerne. Das enthaltene Magnesium (267 mg pro 100 g) beugt schmerzhaften Muskelkrämpfen vor. Ich nehme Magnesium auch gerne in Tablettenform zu mir. Und wie immer: Das Wasser nicht vergessen. Wer viel trinkt, kann sich besser konzentrieren – ausprobieren!

Kraftsportler schwören vor und nach dem Training auf Eiweiß-Präparate. Ist es für einen Fitnessstudio-Gänger vor/nach dem Krafttraining tatsächlich notwendig, auf chemisch hergestellte Produkte und Zusatzpräparate zurückzugreifen?

Felix Schmidt: Das hängt wiederum von der Intensität des Muskeltrainings, vom Trainingszustand, Ziels und Geschlecht des Trainierenden ab. Befindet der Kraftsportler in der Aufbauphase, rate ich unseren Kunden zusätzlich Eiweißpräparate zu verwenden, da es für viele schwierig ist, ausreichend Eiweiß in den Ernährungsplan einzubauen. Das gilt aber auch für die Nährstoffversorgung von Ausdauer- und Abnehmsportlern. Vor allem bei Kunden, die abnehmen möchten, kann man mit Protein-Supplementen die Proteinzufuhr neben der normalen Ernährung deutlich unterstützen.

Ein Irrglaube ist allerdings, dass die Beschränkung auf eiweißhaltige Nahrung schnellere Trainingserfolge beim Muskelaufbau nach sich zieht. Nach dem Training sind dabei auch Kohlenhydrate gefragt und anschließend eiweißhaltige und zugleich fettarme Drinks wie passende Eiweiß-Shakes, Molke oder Buttermilch. Auch für die Kohlenhydratzufuhr gibt es geeignete Supplemente zur Vereinfachung.

Eins vorweg: Hobby- und Gelegenheitssportler brauchen keine übertrieben hohen Proteinrationen. Die empfohlene tägliche Menge von ca. 0,8 Gramm Eiweiß pro Kilogramm Körpergewicht ist völlig ausreichend (zum Muskelerhalt). Diese Empfehlung sollte mit der tatsächlichen Proteinzufuhr und den eigenen Essgewohnheiten abgeglichen werden. Selbst Leistungs- und Kraftsportler, die einen deutlich höheren Bedarf von etwa 1,1 bis höchstens 2,0 Gramm haben, können diesen mit einer ausgewogenen Ernährung und hochwertigen Eiweißquellen (z. B. Milchprodukte, Fisch, Fleisch und Hülsenfrüchte) decken. Für viele sind Proteinsupplemente Bequemlichkeit.

Warum ist es wichtig, auch direkt nach dem Training etwas zu sich zu nehmen?

Ich persönlich achte darauf, dass ich innerhalb der ersten halben Stunde nach einer intensiven Belastung kohlenhydrat- und eiweißreich esse. Sonst riskiere ich einen Muskelabbau und eine schlechte Erholung (Regeneration) der Muskulatur. Damit verhindere ich, dass ich am nächsten Tag „schwere Beine“ habe.

Was gibt es sonst für „unbedenkliche“ „Aufputschmittel“ und leistungssteigernde Nahrungsmittel?

Koffein bspw. stimuliert das zentrale Nervensystem und wirkt somit „aufputschend“. Die fettstoffwechselaktivierende Funktion verhilft beim Abbau von Fett zu freien Fettsäuren während sportlicher Aktivität, sofern das Koffein (beispielsweise im Kaffee) ohne Zucker eingenommen wird. Zu hohe Mengen bzw. zu hohe Konzentrationen von Koffein wirken harntreibend, was zu Wasser- und Mineralstoffverlusten führen kann. Meiner Meinung nach ist Kaffee Energy-Drinks vorzuziehen, da er meist mehr Koffein als ein Energy Drink und zudem weniger „Chemie“ beinhaltet. Die wahren Favoriten als Energielieferant sind für mich Haferflocken und Bananen. Omega 3-Fettsäuren dürfen auch nicht fehlen und sind als Kapseln besonders praktisch einzunehmen.